Krankheitsverlauf & Entwicklung

Wie alles begann

Es gab keinen Knall.
Keinen einzelnen Moment, in dem alles zerbrach.
Es begann leise, schleichend – so, dass man es erst im Rückblick erkennt.

Ich lebte schon lange im Wechselschichtsystem. Früh, spät, Nacht. Der Rhythmus meines Körpers war nie wirklich meiner. Schlaf kam unregelmäßig, Erholung war fragmentiert, das Gefühl für Tageszeiten verschwamm. Ich funktionierte – und das funktionierte erstaunlich lange. Zu lange vielleicht.

Damals dachte ich noch: Das hält man aus.
Ich hielt ja auch alles andere aus.

Parallel dazu war da mein Hund. Über Jahre ein fixer Anker. Struktur, Nähe, Verantwortung, etwas Lebendiges, das mich durch den Tag gezogen hat. Wer ein Tier wirklich geliebt hat, weiß: Das ist kein „Haustier“, das ist Bindung. Sicherheit. Alltag.

Als mein Hund krank wurde, begann eine Zeit, die rückblickend viel mehr Spuren hinterlassen hat, als ich damals wahrhaben wollte. Sorge, Schlafmangel, emotionale Daueranspannung. Und dann kam der Abschied. Still. Endgültig. Ohne Übergang.

Ein stiller Moment aus der Zeit der Krankheit meines Hundes

Ich funktionierte weiter.
Ich ging weiter zur Arbeit.
Ich machte weiter Schicht.
Ich trauerte – aber leise, kontrolliert, irgendwie nebenbei.

Was ich nicht bemerkte: Mein Nervensystem hatte längst begonnen, auf Reserve zu laufen.

Der Körper merkt sich, was der Kopf überspringt

Nach dem Tod meines Hundes war nichts sofort „krank“. Es gab keinen Zusammenbruch, keine Panik, keine offensichtliche Krise. Stattdessen begann mein Körper, feiner zu reagieren.

Schlaf wurde leichter störbar.
Spannung blieb länger.
Erholung fühlte sich weniger tief an.

Ich erklärte mir das logisch: Stress, Trauer, Schichtarbeit – normal eben. Ich war immer jemand gewesen, der Dinge verstand, einordnete, erklärte. Und genau das tat ich auch hier.

Was ich nicht verstand:
Dass Verstehen nicht dasselbe ist wie Regulieren.

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